Konzept

Wir über uns: Die Schutzinseln

Für die uns anvertrauten jungen Menschen verstehen sich unsere sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften als Schutzinseln. Wir widmen diese besonderen Inseln unseren kleinen Gästen, die niemals vergessen werden, was ihnen widerfahren ist und sichere Orte benötigen, um neue ergänzende Erfahrungen machen zu können.

Im Verbund mit gleichgesinnten, hoch fachlichen, aber kleinen Schutzinseln möchten wir unser Wirken also in den Dienst der jungen Menschen und gleichzeitig zum Wohle der darin tätigen Familien stellen. Nur in einem sich gegenseitig stärkenden Verbund von Menschen, die gemeinsam mit traumatisierten Jungen Menschen leben, lässt sich diese Arbeit in ihrer Wichtigkeit und Wirksamkeit erahnen und dauerhaft aushalten.

„Traumata wirken sich nicht nur auf diejenigen aus, die solche Ereignisse direkt erleben, sondern auch auf Menschen, die den Traumatisierten nahestehen“  (Bessel van der Kolk, Verkörperter Schrecken, 2015).

SPLG Schatzinsel, (Blankenheimerdorf)
Christa Heß, Fee Heß, Hans-Joachim Heß

Als SPLG Schatzinsel bieten wir zwei komplex traumatisierten Kindern einen Platz in einer heilenden Gemeinschaft.

Wir, Hans-Joachim und Christa Heß sind seit 30 Jahren ein Paar, haben beide eine pädagogische Ausbildung und leben als Familie unsere unterschiedlichen Stärken. Dies ist die Grundlage, gemeinsam mit unserer Tochter und Kollegin Fee Heß das Konzept der Schatzinsel als unseren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt umzusetzen.

Als einzigartige Stärke sehen wir das gemeinsame Leben mehrerer Generationen verbunden mit einer hohen Fachlichkeit.

SPLG Königsinsel, (Kall)
Sonja und Arnold König

Bis zu vier Kinder können bei uns neue tragfähige Bindungsangebote leben. Durch ein hohes Maß an Toleranz, Akzeptanz, Wertschätzung und Zuneigung sorgen wir für einen geschützten, stabilen und ruhigen Rahmen, in dem auch fremde Kinder ein Gefühl des Angenommen werden und der Zugehörigkeit zur Familie erfahren können.
„Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken riechen.“

Leitbild

„Menschen sind unvermeidlich soziale Wesen, deshalb drehen sich die schlimmsten Katastrophen, die uns zustoßen können, um den Verlust von Beziehungen. Infolgedessen geht es bei der Heilung von einem Trauma und von Vernachlässigung ebenfalls um Beziehungen – um das Wiederherstellen von Vertrauen, das Wiedererlangen von Zuversicht, die Rückkehr zu einem Gefühl von Sicherheit und die Wiederverbindung mit der Liebe“
(B. D. Perry 2006).

In diesem Sinne wollen wir Gemeinschaften bilden, die Schwächen und Verletzlichkeiten gegenüber tolerant ist und geduldig dazu beiträgt, wieder neue Erfahrungen und Fertigkeiten auszubilden.

Drei zentrale Themen unserer Schutzinseln sind:

  • Schutz und Sicherheit
  • Versorgen der kompletten Persönlichkeit
  • ein vielfältiges Netzwerk unterstützender Bindungen

Somit wird die Schutzinsel dann auch zur Schatzinsel für die hier lebenden jungen Menschen.

Wenn es uns gelingt, die Ursachen und die Bedeutung der traumatischen Belastungen und deren Dynamik transparent mit den jungen Mensch wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren, dann haben die jungen Menschen die Möglichkeit, das Gefühl der Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit zu überwinden und selbstbestimmt und selbstwirksam ihr Leben neu zu gestalten.

Begonnen hat unser Weg in der Kinder- und Jugendhilfe zunächst als Projektstellen.  Unsere Arbeit mit derart komplex traumatisierten jungen Menschen zeigte uns aber bald, dass die vorhandenen Ressourcen begrenzt waren und eine noch gezieltere und professionellere Hilfe nur im institutionellen Rahmen mit einem ausreichenden Personalschlüssel möglich ist.

Daher entschlossen wir uns im Sommer 2015, die sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften Schutzinseln unter eigener Trägerschaft zu gründen, um somit unserer Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe eine noch höhere Qualität zum Wohle der durch uns betreuten jungen Menschen zu geben und eine gezieltere Unterstützung ihres Heilungsprozesses bieten zu können.

Grundlagen unseres pädagogischen Betreuungskonzeptes sind die Aspekte der Bindungspädagogik und der traumazentrierte Ansatz.

Unsere pädagogische Grundhaltung basiert auf der Annahme, dass viele Verhaltensweisen traumatisierter Menschen Überlebensstrategien in ihrem bisherigen Lebensumfeld waren. Diese als solche zu würdigen und dem jungen Menschen gegenüber das Gefühl von Wertschätzung entgegen zu bringen, sowie ihm das Gefühl: „Du bist o.k., so wie du bist“, zu vermitteln, ermöglicht Verstehen belastender Verhaltensweisen und Entwicklung alternativer Strategien.

Die SPLG Schutzinseln ist ein privatwirtschaftlicher Kinder- und Jugendhilfeträger. Wir verstehen uns als Orte, in denen den uns anvertrauten jungen Menschen durch eine Aufnahme ins Familiensystem sowie eine ganzheitliche und wertschätzende pädagogische Grundhaltung ein entwicklungsfördernder Rahmen geboten wird.
Im Zusammenleben in unseren (Mehrgenerationen-) Familien bieten wir einen möglichst sicheren äußeren Ort, wo jungen Menschen Schutz und Geborgenheit erfahren und möglichst vor Retraumatisierungen geschützt werden. Dazu gehören klare Strukturen im Alltag, Regeln und Grenzen, um Stabilität und Sicherheit entwickeln zu können.

Größte Bedeutung hat für uns das Angebot stabiler, tragfähiger Beziehungen, damit die jungen Menschen neue verlässliche, heilsame Bindungserfahrungen entwickeln können. Hierbei achten wir sensibel auf die Bindungsbedürfnisse der jungen Menschen und bieten entsprechende Bindungsangebote. Das Zusammenleben mit unseren erwachsenen Kindern, der Familie und unseren Freunden bietet hier die notwendigen Möglichkeiten. Gemeinsam gut essen, viel feiern und Spaß haben gehört für uns immer dazu. Die Freunde und Partner unserer Kinder sind uns stets willkommene Gäste und bereichern die Schutzinseln mit Leben.

Die für die jungen Menschen bedeutsamen Resilienz Faktoren werden intensiv gefördert und aufgebaut. Dabei ist uns wichtig, den Entwicklungsbedürf­nissen der jungen Menschen zu folgen und sie dahingehend zu unterstützen ihre vorhandenen Stärken, Interessen und Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist es unser Ziel den jungen Menschen zu vermitteln, dass wir ihnen etwas zutrauen, aber gleichzeitig im Blick haben, sie nicht zu überfordern. Nach und nach können wir somit ihre inneren Schatzkisten füllen.

Das Konzept der Selbstbemächtigung nimmt in unserem Betreuung­sangebot ebenfalls einen wichtigen Platz ein. Durch die Arbeit am Selbstverstehen, der Selbstwahrnehmung und Selbst- und Emotions­regulation können wir junge Menschen unterstützen, an ihrer eigenen, inneren Sicherheit zu arbeiten. Wir möchten die jungen Menschen dahingehend versorgen, die bisher gemachten belastenden Erfahrungen durch neue ergänzende Handlungsmöglichkeiten verändern und korrigieren zu können.

In diesem Sinne unterstützen wir als Lebensgemeinschaften Schutzinseln junge Menschen darin, ihre eigenen „Schätze“ zu entdecken, um diese für ihre zukünftige Lebensperspektive zu nutzen. Als Schutzinseln bieten wir hierzu einen möglichst sicheren Ort.

Weiterhin ist es Zielsetzung des Trägers, die Fachlichkeit und die Wirtschaftlichkeit der von uns angebotenen Dienstleistungen zu erhalten und kontinuierlich zu verbessern, sodass diese sich jederzeit den sich verändernden gesellschaftlichen und individuellen Bedingungen anpassen und ihre hohe Leistungsfähigkeit nachhaltig – auch im Vergleich zu anderen Anbietern – unter Beweis stellen können.

… das komplette Konzept können Sie gerne als PDF Dokument downloaden.